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Geschichte der alten Kirche | Neues Gemeindezentrum

Das älteste Gebäude in Assamstadt

Alte Kirche

Die alte Sankt Kilianskirche, das jetzige Gemeindezentrum St. Kilian ist zweifelsohne das historisch bedeutsamste Gebäude in der Gemeinde. Wie kein anderes prägt es das Ortsbild und darf auf keiner Ansichtskarte fehlen.

Die alte Kirche hat eine sehr wechselvolle Geschichte. Lesen Sie dazu "Geschichte der alten Kirche"

Um das alte Gebäude, das lange Zeit leer stand, vor dem Zerfall zu retten, wurde es 1991-1994 einem neuen Zweck zugeführt und zum Gemeindezentrum umgebaut. Interessante Einzelheiten dazu in der Seite "Neues Gemeindezentrum"

Geschichte der alten Kirche

Spiegelbild der Armut der Gemeinde

Taufstein

Wie Experten beim Umbau zum Gemeindezentrum 1990 feststellten, ist zumindest der untere Teil des Turmes viel älter als man bisher annahm: Man datiert seine Entstehung ins 12. Jahrhundert, wo er dem in der Nähe wohnenden Dorfadel (Schlossgässle!) als Wehrkirche diente. Als die Bevölkerung wuchs, wurde nach Westen ein Kirchenschiff angebaut. Erstmals erwähnt wird eine Kirche im Jahre 1450, als die kinderlos gebliebene Eva von Teufel eine ansehnliche Stiftung für das „Ärmliche Gotteshaus“ machte.

Ein schlimmes Jahr für Assamstadt und seine Geschichtsforscher war das Jahr 1668: Bedingt durch Kriegseinwirkungen brach ein großer Brand aus, dem auch dieses Kirchlein zum Opfer fiel. Vor allem verbrannten dabei alle dort aufbewahrten Schriftstücke, so dass wir heute über den Zeitraum vor diesem Unglück kaum etwas wissen. Das älteste noch vorhandene Kirchenbuch der Pfarrei Assamstadt stammt aus dem Jahre 1672.




Grundstein der Kirche Fundament der Kirche

Erst 1711/1712 konnte eine neue Kirche im Barockstil erbaut werden. Die Freude währte aber nicht allzu lang, denn schon bald erwies sich diese Kirche als zu klein.

Bei den Umbauarbeiten 1991 kamen die Fundamente dieser Kirche wieder zum Vorschein und wurden gesichert, auch wenn sie jetzt vom Fußboden überdeckt sind. Um die Kirche herum wurden die Verstorbenen beigesetzt. Man durfte sich deshalb nicht wundern, dass man bei Grabarbeiten auf Überreste der Toten stieß.

Nach langen Auseinandersetzungen – es ging natürlich wieder einmal ums Geld – erfolgte 1863-1866 eine Erweiterung, die einem völligen Neubau gleich kam: Der Kirchenraum wurde um die Seitenschiffe erweitert, und der Altarraum wurde nach Westen verlegt. Damit alle Gottesdienstbesucher Platz fanden, baute man schließlich Emporen ein, auf welchen die Männer Platz fanden. Die Kosten in Höhe von 30 000 Gulden musste die Gemeinde allein tragen. Leider entsprach auch diese Lösung bald nicht mehr den Erwartungen: Wiederum war die Kirche zu klein, und vor allem führten die Pfarrer Klage darüber, dass vielen Männern die Sicht zum Altar versperrt war und so dort allerhand Unsinn getrieben wurde. Auch die mächtigen Säulen versperrten den Gottesdienstbesuchern den Blick nach vorn. Mit dem Bau der neuen St. Kilianskirche 1971/72 ging dann ein langgehegter Wunsch der Kirchengemeinde in Erfüllung. Die barocken Figuren der Kirchenpatrone wurden ins neue Gotteshaus übernommen, die beiden Seitenaltäre sowie der Hochaltar wurden nach Kupprichhausen gebracht, wo man sie heute noch in der Kirche sehen kann.

Schaden an der Kirche

Für die nun leerstehende alte Kirche hatte man keine Verwendung, aber auch kein Geld für Unterhaltungsmaßnahmen. Sie schien dem Zerfall preisgegeben, wie dieses Bild vom Schaden am Turm deutlich macht.

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Neues Gemeindezentrum

Von einer Ruine zum Schmuckstück

Die Klasse bei der Erkundung des Turms

Die seit 1973 leer stehende Kirche zeigte immer größere Schäden, und so beantragte man gar den Abbruch, weil man keine Verwendungsmöglichkeit sah und ein neuer Kindergarten wichtiger war. Wahrscheinlich bewirkte eine Unterschriftenaktion einiger Bürger, dass dieser Antrag abgelehnt wurde. Über die nun folgende Zeit konnte unser Klassenlehrer Herr Frank aus eigener Erfahrung erzählen, weil er als Pfarrgemeinderatsvorsitzender wesentlich beteiligt war. Nach Fertigstellung des Kindergartens machte man sich viele Gedanken darüber, wie man das alte Gebäude vor dem Zerfall retten könnte.

Schaden an Balken

Man fand in Bürgermeister Hermann Hügel und dem Landtagsabgeordneten Albert Reuter aus Bad Mergentheim mächtige Helfer, so dass man mehrere Gespräche in Stuttgart führen konnte. Schließlich gelang es, mit Unterstützung von vielen Seiten, das nötige Geld für einen Umbau zu einem Gemeindezentrum zusammen zu tragen. Der neu gegründete „Förderverein alte Kirche“ hatte ebenfalls wesentlichen Anteil am Gelingen.

Empore der alten Kirche

Nachdem das Erzbischöfliche Bauamt nach vielen Änderungen einen Plan gefertigt hatte, konnten die Arbeiten im Herbst 1991 beginnen: Zuerst wurde die Mauern um den Kirchplatz saniert, dann wurden die großen Schäden am Turm behoben. Mit den Arbeiten im Innenraum wurde 1992 begonnen.

Sakramentshäuschen vom Altarraum der Kirche von 1712 in der Turmkapelle

Während des ganzen Umbaus wurde höchsten Wert darauf gelegt, möglichst viele Teile zu belassen oder wieder zu verwenden, wie beispielsweise die Sandsteinsäulen. Wenn etwas verändert wurde, so sollten die Spuren der Vergangenheit nicht verwischt werden. Deutlich sieht man deshalb, wo früher einmal Türen oder Fenster waren, die man nicht mehr gebrauchen konnte. Die nun neu eingebauten Teile sind durch helle Farben deutlich vom alten Mauerwerk zu unterscheiden. Durch eine entsprechende Planung konnten viele „Altertümer“ unberührt bleiben, wie die bunten Fenster im ehemaligen Altarraum, die Grundsteine oder das Sakramenthäuschen in der Turmkapelle.

Großer Saal im Gemeindezentrum - ein Raum mit viel Atmophäre

Im Herbst 1994 konnte das neue Gemeindezentrum im Beisein von Minister Gerhard Weiser, der sich ebenfalls für das Vorhaben stark gemacht hatte, eingeweiht werden. Heute dürfen alle Assamstadter stolz sein auf dieses gelungene Werk und werden von vielen Gästen um dieses Schmuckstück beneidet.

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